Planung

ElterngeldPlus: Höhe, Dauer und wann es sich lohnt

ElterngeldPlus ist höchstens halb so hoch wie Basiselterngeld und läuft dafür doppelt so lange: Aus einem Basismonat werden zwei Plus-Monate. Wer nach der Geburt in Teilzeit arbeitet, bekommt mit ElterngeldPlus oft insgesamt mehr, weil ein Zuverdienst das Plus weniger stark kürzt.

Geprüft am 11. Oktober 2026 · nach BEEG und familienportal.de

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Basiselterngeld und ElterngeldPlus im Vergleich

RegelBasiselterngeldElterngeldPlus
Höhe ohne Einkommen nach der Geburt65 bis 100 % des Elterngeld-Nettodie Hälfte davon
Mindest- und Höchstbetrag300 € bis 1.800 €150 € bis 900 €
Bezug möglichbis zum Ende des 14. Lebensmonatsbis zum Ende des 32. Lebensmonats
Umrechnung1 Monat2 Monate
Geschwisterbonus mindestens75 €37,50 €
Mehrlingszuschlag je weiteres Kind300 €150 €

Sie können beides kombinieren, zum Beispiel erst einige Monate Basiselterngeld und danach ElterngeldPlus. Ein Elternteil kann bis zu 12 Monate Basiselterngeld oder bis zu 24 Monate ElterngeldPlus bekommen. Paare haben zusammen bis zu 14 Basismonate oder 28 Plus-Monate, wenn die Voraussetzungen für die Partnermonate erfüllt sind.

So wird ElterngeldPlus berechnet

Ohne Einkommen nach der Geburt ist ElterngeldPlus genau halb so hoch wie das Basiselterngeld. Über die doppelte Zeit gerechnet, bekommen Sie also gleich viel Geld, nur verteilt auf mehr Monate.

Mit Einkommen nach der Geburt, etwa bei Teilzeit, wird zuerst wie beim Basiselterngeld gerechnet: Ersatzrate mal Differenz zwischen dem Elterngeld-Netto vor der Geburt (höchstens 2.770 €) und dem Elterngeld-Netto danach. Das Ergebnis ist beim ElterngeldPlus aber nach oben begrenzt, und zwar auf die Hälfte des Basiselterngelds, das Ihnen ohne Einkommen zustünde (§ 4a Abs. 2 BEEG). Diese Grenze heißt Deckel. Mindestens gibt es 150 €.

Solange der so berechnete Betrag über dem Deckel liegt, bekommen Sie den vollen Deckelbetrag. Ein Zuverdienst kürzt ElterngeldPlus deshalb oft weniger stark als das Basiselterngeld, manchmal gar nicht.

Beispiele aus der Broschüre des Familienministeriums

Alle drei Beispiele gehen von 2.000 € Elterngeld-Netto vor der Geburt aus (Ersatzrate 65 %). Der Deckel für ElterngeldPlus liegt damit bei 650 €.

BeispielElterngeld-Netto nach der GeburtBasiselterngeldElterngeldPlus
1: kein Zuverdienst0 €1.300 €650 €
2: kleine Teilzeit500 €975 €650 € (Deckel)
3: größere Teilzeit1.200 €520 €520 €

Was das bedeutet, sieht man, wenn man einen Basismonat mit den zwei Plus-Monaten vergleicht, in die er sich umwandeln lässt:

  • Beispiel 1: 1.300 € Basiselterngeld oder zweimal 650 € ElterngeldPlus. Insgesamt gleich viel.
  • Beispiel 2: 975 € Basiselterngeld oder zweimal 650 € ElterngeldPlus, also 1.300 €. Der Zuverdienst von 500 € kürzt das Plus hier gar nicht, weil der berechnete Betrag (975 €) über dem Deckel liegt.
  • Beispiel 3: 520 € Basiselterngeld oder zweimal 520 € ElterngeldPlus, also 1.040 €.

Arbeiten Sie in mehreren Plus-Monaten, bildet die Elterngeldstelle einen gemeinsamen Durchschnitt Ihres Einkommens über alle Plus- und Partnerschaftsbonus-Monate mit Einkommen, getrennt von den Basismonaten. Wie das genau läuft, erklärt der Ratgeber Elterngeld und Teilzeit.

Regeln für die Planung

  • Basiselterngeld gibt es nur bis zum Ende des 14. Lebensmonats, ElterngeldPlus bis zum Ende des 32. Lebensmonats.
  • Ab dem 15. Lebensmonat muss ElterngeldPlus ohne Lücke bezogen werden, von mindestens einem Elternteil. Die Eltern dürfen sich abwechseln. Entsteht eine Lücke, verfallen die restlichen Monate.
  • Die Lebensmonate mit Mutterschaftsgeld zählen als Basismonate der Mutter und lassen sich nicht in ElterngeldPlus umwandeln.
  • ElterngeldPlus dürfen beide Eltern beliebig lange gleichzeitig beziehen. Gleichzeitiges Basiselterngeld ist für Geburten ab dem 1. April 2024 nur in einem Lebensmonat erlaubt, mit Ausnahmen etwa für Mehrlinge und Frühchen.
  • Monate mit ElterngeldPlus können Sie nachträglich in Basiselterngeld umwandeln, auch wenn sie schon ausgezahlt sind (§ 7 Abs. 2 BEEG). Umgekehrt geht das für ausgezahlte Monate nur in besonderen Härtefällen.

Arbeiten beide Eltern gleichzeitig 24 bis 32 Stunden pro Woche, kommen bis zu 4 Monate Partnerschaftsbonus pro Elternteil hinzu. Sie werden wie ElterngeldPlus berechnet.

Wann lohnt sich was?

Ohne Einkommen nach der Geburt ist die Gesamtsumme gleich; ElterngeldPlus streckt sie nur über einen längeren Zeitraum. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie länger zu Hause bleiben möchten. Mit Teilzeit bringt ElterngeldPlus häufig mehr, wie die Beispiele zeigen. Ob das für Sie gilt, hängt von Ihrem Einkommen vor und nach der Geburt, der Aufteilung zwischen den Eltern und Ihren Plänen ab.

Im Elterngeldrechner können Sie Basiselterngeld und ElterngeldPlus für Ihre Familie vergleichen. Der Elterngeldpilot-Plan für 39 € einmalig enthält den ausgearbeiteten Monatsplan für beide Eltern, die Antragshilfe mit vorausgefülltem Antrag, die Elternzeit-Schreiben und Fristen-Erinnerungen. Verbindlich entscheidet die Elterngeldstelle; sie berät Sie kostenlos.

Häufige Fragen

Wie lange kann man ElterngeldPlus bekommen?

Ein Elternteil bis zu 24 Monate, das entspricht 12 Basismonaten. Paare zusammen bis zu 28 Monate, dazu je Elternteil bis zu 4 Monate Partnerschaftsbonus. Alle Monate müssen bis zum Ende des 32. Lebensmonats liegen.

Wie hoch ist ElterngeldPlus höchstens?

900 € im Monat, also die Hälfte des Höchstbetrags beim Basiselterngeld. Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag kommen gegebenenfalls hinzu.

Lohnt sich ElterngeldPlus ohne Teilzeit?

Finanziell gibt es ohne Einkommen insgesamt gleich viel, nur über einen längeren Zeitraum verteilt. Mehr Geld bringt ElterngeldPlus vor allem, wenn Sie nach der Geburt in Teilzeit arbeiten.

Kann ich von ElterngeldPlus zu Basiselterngeld wechseln?

Ja. Änderungen sind bis zum Ende des Bezugszeitraums möglich, und Plus-Monate dürfen Sie sogar nachträglich in Basismonate umwandeln, auch wenn sie schon ausgezahlt sind.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich entscheidet die Elterngeldstelle; sie berät kostenlos.